Lehrer verlegen ihre lange Leitung 1999
Was sollen Lehrer denn noch alles können? Am
Friedrich Spee Gymnasium, Mäusheckerweg kann man Lehrerinnen und Lehrer
beobachten, wie sie im Dreck wühlen, um auch im Lehrerzimmer einen
Internetanschluß zu bekommen. Dafür kommen sie sogar samstags
in die Schule. Bewaffnet mit Schaufeln, Schippen, Hacken und Heckenscheren
rückte das Sondereinsatzkommando aus insgesamt 13 Lehrern und zwei
Lehrerinnen an den Samstagen 17. April und 24. April jeweils pünktlich
um 8.30 Uhr am Einsatzort an. Die Aufgaben waren rollentypisch verteilt:
Die Frauen mußten für die Verpflegung sorgen und die Männer
hoben Gräben aus und schlugen Schneisen durchs Gebüsch. Es ist
schon erstaunlich, was das Lehrervolk neben dem Unterricht sonst noch so
alles leisten kann. Denn obwohl der Häuptling Horst S. sich einen
Verbundstein auf den Daumen fallen ließ, nahmen die Beamten lieber
eine solche Last auf sich, als eine Firma mit dem ganzen Projekt zu beauftragen,
und die Staatskasse damit zu schädigen. Sogar persönliche Verluste
waren zu beklagen. Durch nicht fachmännische Handhabung wurde die
private Hacke von Lehrer F. vorzeitig in Ruhestand geschickt. Der Montagsmuskelkater
war vorprogrammiert, denn zum Ummauern der Leitungen mußten Ziegelsteine
vom Hauptgebäude zur Baustelle mit Schubkarren transportiert werden.
Nichts konnte den eifrigen Bauarbeitern den Mut nehmen. Weder ein unerwartetes
Wasseraufkommen, noch eine plötzlich im Boden auftauchende Mineralbetonfläche.
Widerstand war zwecklos, denn gegen den Boschhammer und die Willenskraft
der Lehrer hatte nichts eine Chance. Gegen Widerstände müssen
sie ja schließlich auch jeden Tag bei vielen Schülern ankämpfen.
Die innerhäusliche Verlegung erfolgt in den nächsten Tagen, so
dass das Lehrerkollegium bald seine lange Leitung nutzen kann.
Sarah Heinen Klasse 8a - 26.4.1999